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Jüdische Feiertage


Chanukka - חנוכה
Jom Kippur - יום כיפור
Lag baOmer - ל"ג בעומר
Pessach - פסח
Purim - פורים
Rosch ha-Schana - ראש השנה
Schawuot - חג השבועות
Schmini Azeret - שמיני עצרת
Sukkot - סוכות
Tora Fest - תורה קשה
Tu biSchevat - ט"ו בשבט

Chanukka

Chanukka

Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.) nach dem erfolgreichen Makkabäeraufstand der Juden Judäas gegen hellenisierte Juden und makedonische Syrer, wie er im Ersten Buch der Makkabäer und auch im Talmud überliefert ist. Die Makkabäer beendeten die Herrschaft des Seleukidenreiches über Judäa, beseitigten den im jüdischen Tempel von Griechen errichteten Zeus-Altar, und führten den jüdischen Tempeldienst wieder ein.

Die Menora war ein Leuchter, welcher im Tempel niemals erlöschen sollte. Nach der Überlieferung war aufgrund der Eroberung der Syrer nur noch ein Krug geweihtes Öl vorzufinden. Dieses Öl reichte für gerade mal einen Tag. Für die Herstellung neuen geweihten Öls werden aber acht Tage benötigt. Durch ein Wunder hat das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis neues geweihtes Öl hergestellt worden war. Daran erinnern die acht Lichter des Chanukka-Leuchters. Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen.

Tatsächlich hat der Leuchter oft neun Arme oder Lichterhalter, das neunte Licht ist der Diener (hebr. Schamasch). Nur mit diesem dürfen die anderen angezündet werden, nachdem die notwendigen Segen (hebr. Brachot) gesprochen wurden. Als Lichter werden Kerzen oder Öllämpchen benutzt. Oft wird Olivenöl verwendet, wie bei der Menora im ehemaligen Tempel.

Nach der Entweihung des Zweiten Tempels wurde das Chanukkawunder zur Wiedereinweihung gefeiert (eine Zeitangabe im Neuen Testament (Joh 10,22 ) datiert nach dem Fest der Tempelweihe), bis im Jahre 3830 jüdischer Zeitrechnung (70 n. Chr.) der Tempel durch die Römer endgültig zerstört wurde. Die jüdische Bevölkerung wurde danach zu zahlreichen Auswanderungswellen genötigt (Jüdische Diaspora). Damit begannen erste häusliche Chanukkafeiern.

Andere Chanukka-Bräuche

Chanukka ist primär ein häusliches Fest. An den Abenden versammeln sich die Familien mit Freunden zu ausgelassenen Festen. Gemeindefeiern sind üblich, die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten. Gegessen werden vor allem in Öl gebackene Speisen wie Krapfen (bzw. Berliner Pfannkuchen) (hebr. סופגניות Sufganiyyot) oder Latkes (Kartoffelpuffer) mit Apfelmus und saurer Sahne und weitere Spezialitäten der Jüdischen Küche. Nach dem Anzünden der Lichter werden Maos Zur und weitere Chanukkalieder gesungen. Ursprünglich zündete man die Lichter nur in den Häusern an, später auch in den Synagogen. Literarische Erwähnung findet das Fest unter anderem bei Heinrich Heine. In seiner Denkschrift für Ludwig Börne schildert Heine einen Spaziergang der beiden Schriftsteller jüdischer Herkunft durch die winterliche Frankfurter Judengasse.

Die Chanukkia wird unmittelbar nach Einbruch der Dunkelheit angezündet. Dabei werden Gebete gesprochen, Lieder gesungen und die Chanukka-Geschichte erzählt. Beliebt ist auch das Spiel mit dem Dreidel, einem Kreisel, auf dessen Seiten vier hebräische Schriftzeichen (Nun Gimel He Schin) stehen. Die Schriftzeichen stehen für die Initialen des hebräischen Satzes „Ein großes Wunder geschah dort“ (hebr.: Nes Gadol Haja Scham). In Israel steht auf den Dreideln heute der Satz: Nes Gadol Haja Po „Ein großes Wunder geschah hier.“ Für den Zweck des Spiels werden die Buchstaben als Abkürzungen der jiddischen Worte, deutsch: „nichts“, „ganz“, „halb“ und „stellen“ ausgelegt.

Ein Spiel, das früher zum festen Bestandteil der Chanukka-Abende zählte, ist Glocke und Hammer.

Während der Chanukkatage erhalten Kinder Münzen geschenkt und werden ermutigt, einen Teil des Geldes für wohltätige Zwecke zu spenden (Zedaka).

Der bei einigen beliebte Brauch, zu Chanukka Gänsebraten zuzubereiten, wird mit dem anfallenden Fett begründet, das man ja auch in Leuchtern verbrennen kann.


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Jom Kippur

Jom Kippur

Jom Kippur (hebr. יום הכיפורים, Jom ha-Kippurim, jiddisch Jom Kipper) ist der jüdische Versöhnungstag und gleichzeitig der wichtigste jährliche Festtag im Judentum, nach dem wöchentlichen Schabbat. Im jüdischen Kalender beginnt der Versöhnungstag bei Sonnenuntergang vor dem 10. Tischri (d. h. September/Oktober, siehe Jüdischer Kalender), und dauert bis zum nächsten Sonnenuntergang.

Biblischer Ursprung

Die Einsetzung von Jom Kippur wird im 16. Kapitel von Levitikus beschrieben (siehe auch (Ex 30,10 ); (Lev 23,27-31 ) und 25, 9; (Num 29,7-11 ) ). Er wird als feierlicher Tag des Fastens beschrieben, an dem jede Arbeit verboten ist. Im Jerusalemer Tempel wurden früher an diesem Tag Opfer dargebracht. Zu dieser Zeit war Jom Kippur der einzige Tag, an dem der Hohepriester - allein und streng abgeschirmt - das Allerheiligste im Tempel betreten durfte, um stellvertretend für das Volk die Vergebung der Sünden zu empfangen. Dort besprengte er die Bundeslade mit dem Blut von zwei Opfertieren und sprach dreimal den Namen Gottes aus, dessen Aussprache im Übrigen verboten war, worauf das außerhalb stehende Volk sich zu Boden warf. Ebenso wurde über zwei Böcken das Los geworfen. Der eine wurde geopfert, der andere als Sündenbock in die Wüste gejagt, nachdem ihm der Hohepriester die Sünden des Volkes auferlegt hatte.

Bedeutung im Judentum

Der Jom Kippur steht in der Ordnung der Feiertage nach dem heiligen wöchentlichen Schabbat; er gilt als heiligster und feierlichster Tag des jüdischen Jahres bezüglich Umkehr, Reue und Versöhnung. Essen, Trinken, Baden, Körperpflege, das Tragen von Leder (einschließlich Lederschuhen) und sexuelle Beziehungen sind an diesem Tag verboten. Das Fasten – der gänzliche Verzicht auf Essen und Trinken – beginnt kurz vor Sonnenuntergang und endet am folgenden Tag nach Einbruch der Nacht.

Im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung ist Jom Kippur kein trauriger Tag. Sephardische Juden bezeichnen diesen Festtag als „weißen Fasttag“. Viele Juden pflegen sich an diesem Tag weiß zu kleiden, als Symbol der Reinheit von Sünden.

„ ‚Auf dein Wort hin habe ich vergeben‘ (Num 14,19-20). Denn dies ist der weiße Fasttag, nicht der schwarze. Es ist eine Zeit der Freude über die Gewissheit der Versöhnung und des Nach-Hause-Kommens.“

– RABBINER DR. JONATHAN MAGONET: Jom Kipur: Verschlossene Tore

In der jüdischen Literatur spielt Jom Kippur eine große Rolle, so beispielsweise bei dem jiddischen Autor Shalom Aleichem oder Franz Kafka.

Jom Kippur ist der Abschluss der zehn Tage der Reue und Umkehr, die am Neujahrstag Rosch ha-Schana beginnen. Zwar ist reuevolles Gebet zu allen Zeiten möglich, gilt aber an diesem Tag als besonders wirkungsvoll.

Der Gottesdienst beginnt mit dem Gebet „Kol Nidre“, das vor Sonnenuntergang gelesen wird. Das Morgengebet enthält zahlreiche Litaneien und Bitten um Vergebung, die auf hebräisch Selichot genannt werden.

Gemäß Maimonides „hängt alles davon ab, ob die Verdienste eines Menschen die von ihm begangenen Fehler überwiegen“. Deshalb sind zahlreiche gute Taten vor dem Urteil am Versöhnungstag angebracht. Wer von Gott als wertvoll erachtet wird, wird ins Buch des Lebens eingeschrieben, und so wird im Gebet gesagt: „Schreibe uns ins Buch des Lebens ein“. Auch begrüßt man sich mit den Worten: „Mögest du (im Buch des Lebens) für ein glückliches Jahr eingeschrieben werden.“

Auch nach der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahre 70 wurde der Versöhnungstag beibehalten. „Auch ohne dargebrachte Opfer bewirkt der Tag an sich Versöhnung“ (Midrasch Sifra, Emor, XIV). Nach der jüdischen Lehre ist der Tag nutzlos, solange er nicht von Reue begleitet ist. Das reuevolle Eingeständnis von Sünden war eine Bedingung zur Sühne. „Der Versöhnungstag befreit von Sünden gegen Gott, jedoch von Sünden gegen den Nächsten erst, nachdem die geschädigte Person um Verzeihung gebeten worden ist“ (Talmud Joma VIII, 9). Daher stammt der Brauch, am Vorabend des Fasttages alle Streitigkeiten beizulegen. Am Versöhnungstag erhalten auch die Seelen der Toten Vergebung. Im Gebet Jiskor wird in der Synagoge der Verstorbenen gedacht.

Liturgie

Schon am Vorabend wird der Tallit angezogen - das einzige Mal im Jahr, in dem dies während eines Abendgebets geschieht. Eine weitere Besonderheit ist das Gebet Neïlah, worin der Abschluss des Tages thematisiert wird. Der endgültige Abschluss von Jom Kippur wird mit dem Schofar bekanntgegeben. Sowohl in Israel als auch außerhalb dauert das Fest einen ganzen Tag.

Gemäß talmudischer Überlieferung öffnet Gott am ersten Tag des Jahres drei Bücher: eines für die ganz Schlechten, ein zweites für die ganz Frommen, und das dritte für die überwiegenden Durchschnittsmenschen. Das Schicksal der ganz Schlechten und der ganz Frommen wird sogleich entschieden; die Entscheidung über die Durchschnittsmenschen wird jedoch bis Jom Kippur aufgehoben, an dem das Urteil für alle gefällt wird. Im Gebet Unetaneh tokef, das Leonard Cohen auszugsweise in der englischen Fassung vertont hat („Who by Fire“), heißt es:

„Am Neujahrstag werden sie eingeschrieben und am Versöhnungstag besiegelt, wie viele dahinscheiden sollen und wie viele geboren werden, wer leben und wer sterben soll, wer zu seiner Zeit und wer vor seiner Zeit, wer durch Feuer und wer durch Wasser, wer durch Schwert und wer durch Hunger, wer durch Sturm und wer durch Seuche, wer Ruhe haben wird und wer Unruhe, wer Rast findet und wer umherirrt, wer frei von Sorgen und wer voll Schmerzen, wer hoch und wer niedrig, wer reich und wer arm sein soll. Doch Umkehr, Gebet und Wohltun wenden das böse Verhängnis ab.“

Im Zentrum der Liturgie steht das Sündenbekenntnis, das in der jüdischen Tradition im Unterschied zur Beichte in christlichen Kirchen stets in der kollektiven Wir-Form abgelegt wird. „Denn wir sind nicht frechen Angesichtes und hartnäckig, vor dir zu sagen, wir seien Gerechte und hätten nicht gesündigt, in Wahrheit haben wir gesündigt.“ Die traditionellen Melodien und Klagegesänge drücken gleichermaßen die Unsicherheit des einzelnen Menschen angesichts eines ungewissen Schicksals aus, wie auch die kollektive Erinnerung an vergangene Größe. Am Versöhnungstag suchen Juden die ausschließliche Beschäftigung mit geistigen Dingen. In der Haftara des Morgengottesdienstes wird ein Abschnitt aus dem Buch Jesaja vorgelesen, in dem der biblische Prophet die Bedeutung des echten Fastens erläutert. „Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke der Unterdrückung zu lösen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen. Wenn du einen Nackten siehst, bekleide ihn, und dem, der deines Fleisches ist, entziehe dich nicht. Dann wird wie die Morgenröte dein Licht anbrechen und deine Heilung rasch aufsprießen, deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen und die Herrlichkeit des Ewigen wird dich aufnehmen.“ (Kapitel 58, 6-8.)

Der ernste Charakter, der diesen Tag seit seiner Einsetzung prägt, hat sich bis heute erhalten. Von wenigen Ausnahmen abgesehen dauert der Gottesdienst in sämtlichen jüdischen Gemeinden, von orthodoxen bis zu liberalen Richtungen, den ganzen Tag hindurch.

Der Sündenbock

In biblischen Zeiten galt als wichtigste Zeremonie die Opferung des „Sündenbocks“ (Levitikus 16:8-10), der zu Asasel in die Wüste geschickt wurde. Gemäß Gesenius, Hoffmann und Oxford Hebrew Dictionary ist Asasel ein seltenes hebräisches Nebenwort, das „Entlassung“ oder „gänzliche Entfernung“ bedeutet. Es ist ein alter Fachausdruck für die völlige Beseitigung von Sünde und Schuld der Gemeinschaft, die durch Fortsendung des Bockes in die Wildnis symbolisiert wurde. Zur Erklärung der Bedeutung dieses Wortes sind verschiedene Theorien aufgestellt worden. Im Talmud wird Asasel mit „steiles Gebirge“ übersetzt und auf den Felsen in der Wüste bezogen, von dem in späterer Zeit das Tier herabgestürzt wurde. Schon frühzeitig wurde jedoch das Wort Asasel personifiziert, ebenso wie die hebräischen Worte für Unterwelt (Scheol) und Zerstörung (Abbadon). Laut dem apokryphen Buch Henoch ist Asasel oder Asalsel der vornehmste unter den gefallenen Engeln, die die Menschenkinder die Sünde lehrten. Gemäß dieser Interpretation scheint die Idee der Zeremonie darin zu liegen, die Sünden an den bösen Geist zurückzusenden, dessen Einfluss sie ihr Entstehen verdankten. Ähnliche Sühneriten haben sich auch in anderen Völkern erhalten. Moderne Bibelkritiker ordnen die obigen Passagen dem Priesterkodex zu und datieren sie auf ein nachexilisches Datum; sie sehen die Entsendung des Sündenbocks zu Asasel als Einbeziehung einer früher bestehenden Zeremonie.

Einige konservative Bibelexegeten weisen darauf hin, dass der Platz, zu dem der Bock geschickt wird, die „Wildnis“ außerhalb des bewohnten Gebiets ist (und nicht eine lebensfeindliche Wüste), und dass Asasel weder ein Orts- noch ein Personenname ist. Nach ihrer Meinung wurde der „Bock der Entfernung“ einfach in die Freiheit „entlassen“.


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Lag baOmer

Lag baOmer

Lag baOmer (ל"ג בעומר aschkenasisch) oder Lag laOmer (sephardisch) ist ein jüdisches Fest, das am 33. Tag des Omer-Zählens zwischen Pessach und Schawuot begangen wird und jeweils auf den 18. Ijjar fällt. Lag (hebräisch ל"ג) steht hier für 33.

Der Ursprung des Festes geht auf den Bar-Kochba-Aufstand gegen die Römer im Jahre 135 n. Chr. zurück. Zusätzlich dient das Fest zur Erinnerung an Rabbi Schimon ben Jochai, der nach der Überlieferung an diesem Tag verstorben ist. In Meron in Galiläa, unweit von Zefat, werden seine Grabstätte und diejenige seines Sohnes Elasar ben Schimon jeweils von Zehntausenden an Lag baOmer besucht.

Lag baOmer ist ein fröhliches Fest. Die verschiedenen einschränkenden Gebote, die für die 49 Omer-Tage zwischen Pessach und Schawuot gelten, sind an diesem Tage aufgehoben. Kinder und Erwachsene veranstalten Picknicks und versammeln sich um Lagerfeuer. Vor allem aber können an diesem Tag Hochzeiten durchgeführt werden - ein Angebot, von dem reichlich Gebrauch gemacht wird.



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Pessach

Pessach

Pessach (hebräisch: פסח,aramäisch Pas-cha, deutsch „Vorüberschreiten“) gehört zu den zentralen Festen des Judentums. Es erinnert an den Auszug aus Ägypten, also die Befreiung der Israeliten aus der dortigen Sklaverei, mit der sie nach dem Tanach als eigenes, von Gott erwähltes Volk in die Geschichte eintraten. Die Nacherzählung (Haggada) verbindet jede neue Generation der Juden mit ihrer Ursprungsgeschichte.

Das Pessach wird in der Woche vom 15. bis 22. Nisan als Familienfest mit verschiedenen Riten gefeiert, darunter dem Seder und dem einwöchigen Verzehr von Matzen. Deshalb heißt es auch „Fest der ungesäuerten Brote“.

In der Zeit des Zweiten jüdischen Tempels gehörte Pessach zusammen mit Schawuot (Wochenfest) und Sukkot (Laubhüttenfest) zu den drei israelitischen Wallfahrtsfesten, an denen die Gläubigen nach Jerusalem zum Tempel auf dem Zionsberg pilgerten, um dort die Pessachtiere zu opfern.

Begriff

Das hebräische Wort pessach ist abgeleitet von einem Verbalstamm פסח (passach) mit der Bedeutung „auf-/gegen-/zurückstoßen“ oder „abprallen“. Der Name bezeichnet in Ex 11,13 das „Vorübergehen“, „Auslassen“ oder „Überspringen“ bei JHWHs Strafgericht an den ägyptischen männlichen Erstgeborenen durch den Todesengel in der Nacht des Auszugs. Die Hebräer blieben dabei verschont, weil sie ihre Türen mit einem Schutzzeichen markiert hatten (Ex 12,27 ).

Die im Deutschen gebräuchlichsten Namensformen sind Passah (Lutherbibel, evangelische Liturgie) und Pas’cha (Loccumer Richtlinien, oder Pascha Einheitsübersetzung, katholische Liturgie). Mit Wortableitungen vom aramäischen „Pas-cha“ bezeichnen die meisten europäischen Sprachen auch das christliche Osterfest (siehe dort). Dies erinnert an dessen Herkunft und die bleibende Beziehung zum jüdischen Pessachfest.

Biblische Begründung

Das Pessach wird in Ex 12,1–20 als Gebot Gottes zwischen Ankündigung (Ex 11,5–10 ) und Vollstreckung (Ex 12,29ff) der letzten der Zehn Plagen eingesetzt. Einige spätere Bestimmungen ergänzt Ex 12,43–49 .

Im biblischen Zusammenhang beendet dieses Fest die Knechtschaft Israels: Nachdem sich die Ägypter weigerten, die Hebräer ziehen zu lassen, kündet Gott ihnen nach neun erfolglosen Plagen die Tötung der Erstgeborenen von Mensch und Tier an. Um verschont zu bleiben, solle jede israelitische Familie abends ein männliches, einjähriges fehlerloses Jungtier von Schaf oder Ziege schlachten, mit dessen Blut die Türpfosten bestreichen und es dann braten und gemeinsam vollständig verzehren. An den so markierten Häusern werde der Todesengel in derselben Nacht vorübergehen (hebr. passach), während er Gottes Strafaktion an Ägypten vollstrecke. Danach drängt der Pharao die Israeliten zum Verlassen des Landes, worauf sie gemäß Gottes Anweisungen vorbereitet sind.

Neben Schlachtung und Verzehr der Pessachtiere begründet das Kapitel auch das Festdatum, Ysop zum Bestreichen der Türen, das Auskehren allen gesäuerten Teiges, das siebentägige Matzenessen, das gegürtete, angekleidete Durchwachen der Auszugsnacht und Versammlungen am ersten und letzten Festtag. Israeliten und Fremdlingen in Israel, die diese Bestimmungen missachten und gesäuertes Brot essen, wird die Todesstrafe angedroht (v.16). Ex 13,1–16 ergänzt das Opfer (Tier) bzw. die Weihe (Mensch) der männlichen Erstgeburt und das erzählende Erinnern der Auszugsnacht als Antwort auf die Frage eines Sohnes nach Herkunft und Sinn des Pessach.

Bestimmungen aus der späteren Königszeit in Dtn 16,1–8 geboten das Pessach als zentrales Kultfest und verboten die Hausschlachtung. Als Opfertiere durften auch Rinder gewählt werden; sie mussten am selben Abend gekocht und restlos verzehrt werden. Das siebentägige Matzenessen sollte von der Auskehr allen Sauerteiges aus Israel während der Festwoche begleitet sein: ...damit du dein ganzes Leben lang des Tages gedenkst, an dem du aus Ägypten gezogen bist (v.3). Der siebte Festtag sollte als Ruhetag mit einer Versammlung begangen werden.

Num 9,1–14 wiederholt die Pessachregeln von Ex 12 und ergänzt: Wer aus irgendeinem Grund – etwa einer weiten Reise oder einer kultischen Unreinheit – an der Teilnahme gehindert ist, darf Pessach im folgenden Monat nachfeiern (Pessach scheni: „zweites Pessach“).

Jos 5,10–12 beschreibt ein Pessach der zweiten Wüstengeneration beim Übergang zur Sesshaftwerdung in Kanaan. Damit habe Gott die „ägyptische Schande“ endgültig von den Israeliten abgewälzt; von jenem Fest an sei das Manna als wunderbare Wüstennahrung nicht mehr notwendig gewesen.

Entstehung und Wandel

Herkunft

Die alten Festkalender der Tora (Ex 23,14–17 ; 34,18–23 ) nennen nur das Matzenfest als eins von drei regelmäßigen, noch nicht genau datierten Wallfahrtsfesten. Die Notiz Num 33,3 erwähnt nur das Pessach vor dem Aufbruch aus Ägypten; auch Num 9,1–14 erwähnt das Matzenfest nicht. Erst Lev 23,4–8 nennt Pessach- und Matzenfest nebeneinander und legt die Rahmentage der Festwoche fest. Deshalb nimmt die alttestamentliche Forschung vielfach an, dass Tier- und Brotritus ursprünglich getrennt und verschiedener Herkunft waren.

Leonhard Rost erklärte die Tierschlachtung zum Bestreichen der Türen (Ex 12,21–23 ) als nomadischen Schutzritus, um Wüstendämonen aus der Behausung fernzuhalten. Ähnliche, nur bei besonderen Anlässen geübte Familienriten sind bei nichtsesshaften Araberstämmen bekannt (ragah- und dabiha-Opfer). Die ungesäuerten Brote werden auf ein bäuerliches Fest der Wintergetreideernte zurückgeführt, bei dem altes, zur Säuerung verwendetes Saatgut von neuem Getreide getrennt und bis zur Säuerung des ersten neuen Mehls nur ungesäuertes Brot gegessen wurde. Die Verbindung zur Erstgeburtsweihe in Ex 13 wird als sekundär betrachtet.

Beide Bräuche wurden vermutlich erst nach Staatsgründung und Bau des ersten Tempels miteinander verbunden und erhielten dabei eine neue Bedeutung: Das Backen und Essen ungesäuerten Brotes erklärt Ex 12,39 mit der Zeitnot vor dem Aufbruch. Das Blutstreichen dient dem Gedenken an die Rettung vor Gottes Gericht (V. 27), der gemeinsame restlose Verzehr des Tieres der Stärkung zum Aufbruch (V. 10). Der Alttestamentler Werner H. Schmidt erklärt dazu:

„Demnach war das Passa zunächst kein Opfer, auch kein Erstgeburtsopfer …; das Passa wollte weder Gemeinschaft mit der Gottheit stiften noch ihr Sühne leisten. […] Durch die – wohl nachträgliche – Verbindung beider Kultakte wurde das Passa in ein Wallfahrtsfest umgewandelt, das am Heiligtum begangen wurde.“

Zentrales Tempel- und Wallfahrtsfest

Die Verlegung des Familienfestes zum zentralen Tempelfest zeigt Dtn 16,2.5ff . Dabei verlangt v.7 gegen Ex 12,9 das Kochen, nicht Braten des Opfertieres, das den ursprünglich häuslichen Festcharakter bestätigt. Nach 2_Kön 23,21f folgte König Josia diesen wiederentdeckten Geboten des Deuteronomiums und feierte ein Pessach als Staatsfest beim Tempel, das er zugleich zur Abschaffung verbliebener Fremdkulte nutzte.

Im Babylonischen Exil (586–539 v. Chr.) wurde Pessach erneut als Familienfest gefeiert und festgelegt. Aus dieser Zeit stammen die detaillierten Pessachbestimmungen (Ex 12,1–14 ), die redaktionell in den Erzählfaden der Auszugsgeschichte eingefügt wurden. Dabei bestätigt die ebenfalls exilische Notiz Ez 45,21ff den Termin am 14. Nisan, der die Vollmondnacht meinte, aber auch die deuteronomische Ansicht, Pessach sei am Zentralheiligtum zu feiern. Außerbiblische Quellen aus der ägyptischen Kolonie Elephantine und ein Brief des Königs Darius II. von 419 v. Chr. bestätigen Festtermin und Festdauer für die Perserzeit.

Nach dem Wiederaufbau des Tempels (ab 539 v. Chr.) schlachteten die Priester die Pessachtiere – auch Rinder waren wieder erlaubt –, die Festpilger brieten und verzehrten sie dann im Tempelvorhof (2_Chr 30,1–5 ; 35,13f ; Esr 6,19f ). Diese Arbeitsteilung behielten die Samaritaner nach ihrer Trennung vom Tempelkult auf dem Berg Garizim bei. Damit entfiel auch das Streichen des Tierblutes an die privaten Türpfosten.

Die Umwandlung zum zentralen Tempelfest konnte sich in Israel jedoch offenbar nicht ungebrochen durchsetzen: Unter der römischen Herrschaft wurde nur die Schlachtung am Tempel vollzogen; die Festpilger nahmen ihr Teil, brieten und aßen es dann mit Vorspeisen, Wein und Gesang – einer Vorform des später festgelegten Sederablaufs – in ihren Häusern. In dieser Form war Pessach das Hauptfest des Judentums zur Zeit Jesus von Nazarets.

Außerbiblische Pessachtexte

Das Jubiläenbuch entstand um 150 v. Chr. als theologischer Traktat, der Toratexte paraphrasierend deutet, um die Israeliten gegen den Einfluss des Hellenismus an ihre Traditionen zu binden. Kapitel 49 erklärt das Pessach: In der Auszugsnacht hätten die Israeliten damit ihren Gott gelobt, während von ihm gesandte böse Mächte den Ägyptern Unheil brachten. In der vorstaatlichen Zeit habe man Pessach im Zelt gefeiert, nach dem Tempelbau aber im Tempelvorhof. Jeder männliche Jude ab 20 Jahren müsse es zum festgesetzten Datum jährlich feiern, und zwar „vom dritten Teil des Tages bis zum dritten Teil der Nacht“. Das Pessachlamm werde Gott am Tempel geopfert, um ganz Israel erneut ein Jahr lang vor Strafen und Plagen zu bewahren. – Kapitel 17,15 und 18,3.18f zufolge fand die Beinahe-Opferung Isaaks an einem 14. Nisan statt. Damit wird dem Pessachblut nach Philip R. Davies jedoch keine entsühnende Wirkung zugesprochen, sondern Isaaks Rettung durch ein Tieropfer weise vorweg auf die kommende Rettung aller erstgeborenen Israeliten durch das Pessachopfer hin.

Die Tempelrolle unter den Schriftrollen vom Toten Meer bestätigt das Mindestalter von 20 Jahren für Pessachpilger und die Schlachtung durch Priester. In einem Kalenderfragment wird der Pessachtermin nach dem Sonnenjahr von 364 Tagen immer auf einen Dienstag gelegt; damit wollte man den Konflikt des beweglichen Datums mit einem Sabbat vermeiden.

Rabbinisches Judentum

Nach der Zerstörung des zweiten Tempels endete mit den Opfern auch das Schlachten von Pessachtieren. Seither wird das Pessach als reines Hausfest gefeiert.

Der Traktat Pessachim in der Mischna sammelte und erweiterte alle Pessachvorschriften, die aus der Schrift begründet waren und vor 70 geübt wurden (Kapitel I-IX).[8] Demnach beaufsichtigten die Leviten die kultische Reinheit der Tempelbesucher und sangen Lobgesänge (III,11). Nicht sie, sondern gläubige Männer aus dem Volk vollzogen die Schlachtung im Tempelvorhof der Priester (V,5). Diese fingen das Blut der Pessachtiere auf und sprengten es an den Fuß, nicht die Seiten des Altars (V,8). Das letzte Kapitel befasst sich mit dem Seder, um diese häusliche Feier als Bestandteil biblischer Tora in Kontinuität zum bisherigen Pessachritus zu legitimieren. Bis zum Eintritt der Dunkelheit solle man nichts essen, dann – wie Griechen und Römer – das Mahl liegend einnehmen. Dies sei auch für die bettlägerigen Armen unerlässlich (X,1). Die Feier solle mit dem Segensspruch des Hausvaters über den ersten Becher Wein beginnen, der dann herumgeht und von allen geleert wird (X,2). Dann wird die Vorspeise aus Kräutern und Fruchtmus, dann das Hauptmahl mit dem gebratenen Lamm (X,3) aufgetragen, dazu ein zweiter Weinbecher (X,4). Dazu erzählt der Hausvater die Auszugsgeschichte nach Dtn 26,5–11 und deutet die Mahlbestandteile: Das Lamm zeige, „dass Gott an den Häusern unserer Väter vorüberging“, die Matzen, „weil sie erlöst wurden“, die Bitterkräuter, „weil die Ägypter verbitterten“ . Jeder Festteilnehmer solle sich ansehen wie einen damaligen befreiten Israeliten und Gott deswegen mit Psalmgesang verherrlichen (X,5). Diesem ersten gemeinsamen Hallel folgt ein Dankgebet, der zweite Becher wird getrunken und das Hauptmahl eingenommen. Danach folgt der dritte, nach dem zweiten Hallel der vierte Weinbecher.

Dieser bis heute gültige Ablauf des Seder wurde bis zum 10. Jahrhundert immer mehr verfeinert und in seinen Details schriftlich festgelegt.

Verlauf und Bedeutung

In Mea Shearim wird Geschirr abgekocht und koscher für Pessach gemacht.

Das Pessachfest dauert sieben Tage, in der Diaspora bei orthodoxen Juden acht Tage. Während dieser Zeit darf gemäß Gottes Gebot (Ex 12,20 ) nichts Gesäuertes (hebräisch Chametz) verzehrt werden noch sich im Haus befinden. Dies wurde in der rabbinischen Tradition auf alle Speisen, die in irgendeiner Weise mit Gesäuertem in Berührung kamen, ausgedehnt. Sie dürfen an Pessach weder zur Zubereitung oder Darreichung von Speisen, ja nicht einmal zur Viehfütterung genutzt werden. Als Säuerndes gilt jede der fünf Getreidearten Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel (Spelt), die für mindestens 18 Minuten mit Wasser in Kontakt kam, sowie jede Speise und jedes Getränk, das aus einer dieser Getreidesorten hergestellt ist oder sie enthält.

Vorbereitung

Zur Festvorbereitung werden daher in der Vorwoche sämtliche gesäuerten Nahrungsmittel verzehrt, verschenkt oder verkauft und die übrigen in einem großen Hausputz entfernt. Das Haus wird bis auf den letzten Krümel gereinigt. Chametz, welches vergessen und später entdeckt wurde, darf nicht mehr genutzt werden und wird deshalb weggeworfen. Glasgeschirr wird drei Tage gewässert (jeweils nach 24 Stunden gewechselt). Eisernes Gerät (Töpfe, Besteck) wird abgekocht, um es vorschriftsmäßig koscher zu machen. In vielen Haushalten gibt es Geschirr und Besteck nur für Pessach. Alles Küchenzubehör aus anderen Materialien, wie Holz, Porzellan, Steingut, Plastik usw. wird während des Festes weggeschlossen. Zum Abschluss dieser Hausreinigung wird rituell im Licht einer Kerze jeder Winkel der Wohnung nach verbliebenem Chametz durchsucht.

Dies soll an die biblische Überlieferung erinnern, nach der die Israeliten so rasch aus Ägypten ausziehen mussten, dass zum Säuern und Gärenlassen der Brote als Reisenahrung keine Zeit mehr blieb (Ex 12,34 ). Während der acht Festtage wird darum nur ungesäuertes Brot (mazza) gegessen. Die Mazzen sind dünne, nur aus Mehl und Wasser ohne Hefe hergestellte knusprige Fladenbrote. Die gesamte Herstellungszeit vom Anrühren des Teiges bis zum Backen darf 18 Minuten nicht überschreiten, damit der Teig auf keinen Fall säuert. Sie sind wesentlich größer als die Oblaten des christlichen Abendmahls, deren religionshistorischen Hintergrund sie bilden.

Der Sederabend

Das eigentliche Pessach beginnt mit einem Abendgottesdienst in der Synagoge, dem das große Festmahl im Familienkreis folgt: der Seder („Ordnung“). Bestimmte Speisen mit symbolischer Bedeutung werden nach einem genau festgelegten Verlauf gemeinsam eingenommen. Währenddessen verliest der/die Sederleiter/in jeweils die entsprechende Bibelstelle und Erklärungen aus der Pessachliturgie (Haggada), die die Bedeutung der Speise erklärt. Nach dem Verzehr der symbolischen Speisen folgt das eigentliche Festmahl. Es werden in bestimmten Abständen insgesamt vier Becher Wein getrunken, die Gottes Verheißungen symbolisieren: Er wollte die Kinder Israels nach Ex 6,6f herausführen, erretten, erlösen und als eigenes Volk annehmen. Ein fünfter Becher steht für den Propheten Elija bereit, der erwartet wird, um das Kommen des Messias anzukündigen. Im liberalen Glauben wird ebenfalls ein Becher Wasser für Mirjam, die Schwester des Moses, bereitgestellt. Während des Seder singt die Familie vor allem Lob- und Danklieder, den Abschluss bildet traditionellerweise Chad gadja.

Pessach ist, mehr noch als viele andere jüdische Feste, ein Familienfest, mit dem die Angehörigen sich in die Ursprungstraditionen ihres Volkes stellen, diese erinnern und neu für sich bekräftigen. Jeder soll sich fühlen, als wäre er selbst aus Ägypten ausgezogen und seinen Kindern davon erzählen. Diese Erinnerung soll die Identität und den Zusammenhalt des Judentums, auch in aller Zerstreuung und Verfolgung, bewahren. Die Trennung von „privater" und „öffentlicher" Geschichtserinnerung oder „sakraler" und „profaner“ Religiosität ist dem Judentum in allen seinen Richtungen und Schattierungen fremd.

Omer

Bis zur Tempelzerstörung kam im Pessach dem 16. Nisan noch eine besondere Bedeutung zu. Es wurde der Omer dargebracht. Dabei handelte es sich um die erste Garbe neuen Getreides. Die Omer-Garbe wurde mit großem Aufwand geschnitten und verbunden mit einem Brandopfer dargebracht (Lev 23,12 ). Erst danach war der Genuss der neuen Ernte erlaubt. Für das Datum der Omer-Darbringung bestimmte Lev 23,11 den „Tag nach dem Sabbat“. Die Boethusäer, Sadduzäer und Karäer verstanden Sabbat als Wochentag. Sie feierten die Omer-Darbringung deshalb immer an einem Sonntag. Durchgesetzt hat sich aber die Auffassung der Pharisäer. Sie betrachteten den Sabbat im Sinne von Lev 23,11 als den ersten Tag des Pessachfestes. Deshalb fand die Omer-Darbringung dann immer am 16. Nisan statt. Gemäß Dtn 16,9f beginnt mit der Darbringung des Omers eine Zählung von sieben Wochen. Wegen der Zerstörung des Tempels wird nur noch die förmliche Zählung der Tage geübt, die seit talmudischer Zeit wegen der Ermordung der Schüler von Rabbi Akiba auch noch als Trauerzeit gelten. Diese wird nur durch Lag BaOmer am 33. Tag unterbrochen, der als Freudentag begangen wird. Auf den fünfzigsten Tag fällt dann das Wochenfest Schawuot.

Jiskor

Am letzten Festtag des Pessach wird verstorbener Familienangehöriger mit dem Jiskor-Gebet gedacht. Dabei beten die Lebenden für die Verstorbenen. Die Betenden sollen sich auf die Zerbrechlichkeit und Nichtigkeit des Menschen besinnen. Sie versprechen in einzelnen Abschnitten des Gebets, für Wohltätigkeit und Tora-Ausbildung zu spenden. Ziel des Gebets ist es, dass Gott der Seelen der verstorbenen Verwandten gedenken soll. Dieses Gebet wird nicht nur am letzten Pessachtag, sondern auch an Jom Kippur, Schawuot und Schmini Azeret gesprochen. Am eigentlichen Jiskor nehmen nur diejenigen teil, die einen oder beide Elternteile verloren haben.


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Purim פורים

Purim

Das jüdische Purimfest (פורים Purim von hebräisch Pur, Los, ursprünglich vom akkadischen Wort pūru; jiddisch Purim oder Pirem) wird am 14. (in Städten, die zur Zeit des Propheten Jehoshua eine feste Stadtmauer hatten – heute gilt dies nur für Jerusalem – am 15.) des Monats Adar (Februar/März) des Jüdischen Kalenders gefeiert. Es ist auch bekannt unter dem Namen Schuschan Purim. In jüdischen Schaltjahren wird der Adar verdoppelt; Purim findet in diesem Fall im Adar II statt.

Ursprung

Purim ist ein Fest, das an die Errettung des jüdischen Volkes aus drohender Gefahr in der persischen Diaspora erinnert. Nach dem Buch Ester versuchte Haman, der höchste Regierungsbeamte des persischen Königs, die gesamten Juden im Perserreich an einem Tag auszurotten. Königin Ester führt jedoch durch Fasten und Gebet die Rettung herbei. In der Synagoge wird aus diesem Anlass ein Gottesdienst gefeiert, bei dem es meist nicht übermäßig ernst zugeht; der ganze Ablauf zielt auf Freude. Dabei wird auch die Festrolle des Buches Ester vorgelesen. Immer wenn der Name Haman fällt, soll von den anwesenden Kindern so viel Krach wie möglich mit Tuten, Rasseln und Ratschen (jiddisch Gragger) gemacht werden. Dies beruht auf dem Befehl Gottes, den Namen Amaleks, Hamans Vorfahren, zu löschen, nachdem Amalek Israel auf dem Weg zum versprochenen Land behindert hat. Sein Name wurde zum Symbol der Judenfeindschaft für alle Zeiten.

Im Buch Ester ist beschrieben, dass Haman sein Amt als höchster Regierungsbeamter des persischen Königs Achaschwerosch (hebräisch: Xerxes I.) selbstsüchtig ausgenutzt habe. Die königliche Dienerschaft musste vor ihm niederknien. Esters Cousin und Adoptivvater Mordechai habe sich als Jude jedoch geweigert. Aus Rache soll Haman die Vernichtung sämtlicher Juden beschlossen haben. Der genaue Zeitpunkt, der 14. Adar, wurde durch das Los bestimmt – daher auch der Name Purim (= Lose). Ester, die Königin, habe sich aber beim König für die Rettung der Juden eingesetzt, Haman wurde zusammen mit rund 75.000 weiteren Persern abgeschlachtet.

Brauchtum

Die mit Purim verbundenen Bräuche basieren auf folgender Passage aus dem Buch Ester:

„Mordechai schrieb alles auf, was geschehen war. Er schickte Schreiben an alle Juden in allen Provinzen des Königs Artaxerxes nah und fern und machte ihnen zur Pflicht, den vierzehnten und den fünfzehnten Tag des Monats Adar in jedem Jahr als Festtag zu begehen. Das sind die Tage, an denen die Juden wieder Ruhe hatten vor ihren Feinden; es ist der Monat, in dem sich ihr Kummer in Freude verwandelte und ihre Trauer in Glück. Sie sollten sie als Festtage mit Essen und Trinken begehen und sich gegenseitig beschenken, und auch den Armen sollten sie Geschenke geben.“

Im Mittelpunkt steht das Verkleiden mit bunten Trachten und das Veranstalten von Umzügen. Die Stimmung ist ausgelassen. Es werden Geschenke ausgetauscht und große Mengen (vor allem süßer) Festspeisen – wie beispielsweise mit Mohn, Nüssen oder Schokolade gefüllte Hamantaschen oder Nunt – der Jüdischen Küche verzehrt.

Begründungen gibt es viele, warum zu Purim Masken und Kostüme getragen werden. Manches Detail ist sicher zurückzuführen auf die gegenseitige Beeinflussung mit dem christlichen Karneval, der ungefähr zur selben Jahreszeit stattfindet. Eine stärker innerjüdische Begründung basiert auf der Tatsache, dass das Buch Ester eins der Bücher der Bibel ist, in dem der Ausdruck Gott kein einziges Mal genannt wird, zumindest nicht direkt, aber doch in Zusammensetzung von Wörtern. Die jüdische Tradition interpretiert diese Eigenart dahingehend, dass selbst Gott sich zu Purim verkleidet. Dennoch ist in den ausführlichen Details der Erzählung die unverwechselbare Präsenz der göttlichen Vorsehung spürbar. Auf die gleiche Weise soll das Konzept der Maske die Art und Weise ausdrücken, in der Gott die Geschehnisse von Purim lenkte. Er habe sie, obwohl nicht sichtbar, zweifellos gelenkt. Früher verkleideten sich Juden als Ester, Haman usw. Aus der fröhlichen Stimmung des Feiertages heraus wurden dann aber auch andere Kostüme getragen.

Die jüdische Gemeinde von Frankfurt am Main feiert seit 1616 alljährlich am 20. Adar das Fest Purim Vintz, das an die Niederschlagung des judenfeindlichen Fettmilch-Aufstands und an die feierliche Rückführung der zuvor vertriebenen Gemeinde in die Judengasse erinnert.


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Rosch ha-Schana

Rosch_haSchana

Rosch ha-Schana (auch Rosch ha-Schanah, in aschkenasischer Aussprache Rausch ha-Schono oder Roisch ha-Schono oder volkstümlich auf Jiddisch auch Roscheschune genannt; Hebräisch ראֹשׁ הַשָּׁנָה‎ Haupt des Jahres, Anfang des Jahres) ist der jüdische Neujahrstag. Die Mischna, die wichtigste Sammlung religiöser Überlieferungen des rabbinischen Judentums, legt dieses Fest als Jahresbeginn und für die Berechnung von Kalenderjahren fest. Der Neujahrsgruß ist שנה טובה schana tova („ein gutes Jahr“) oder auch שנה טובה ומתוקה schana tova u'metuka („ein gutes und süßes Jahr“).

Zeitpunkt

Rosch ha-Schana fällt nach dem jüdischen Kalender auf den 1. Tischri, der nach dem gregorianischen Kalender in den September oder in die erste Hälfte des Oktobers fällt. Das genaue Datum im gregorianischen Kalender wechselt von Jahr zu Jahr, weil der jüdische Kalender mit 12 Mondmonaten von 29 bis 30 Tagen rechnet (Synodischer Monat 29,53 Tage). Um die 354 oder 355 Tage mit dem Sonnenjahr in Einklang zu bringen, wird etwa alle drei Jahre ein ganzer Schaltmonat eingefügt.

An Rosch ha-Schana beginnen die zehn Jamim Noraim (Hebräisch „ehrfurchtsvollen Tage“), die mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur enden. Die rabbinische Literatur beschreibt diesen Tag als einen Tag des Gerichts. Einige Beschreibungen schildern Gott als auf einem Thron sitzend, wobei Bücher mit den Taten aller Menschen offen vor ihm liegen.

Der Silvestergruß „Guter Rutsch“ ist etymologisch möglicherweise eine Verballhornung aus dem Jiddischen beziehungsweise Bibel-Hebräischen und leitet sich vom hebräischen ראש השנה טוב Rosch ha-Schana tov (= einen guten Anfang – wörtlich Kopf – des Jahres; also etwa: „Gutes Neujahr“) ab. Diese Floskel dürfte Anfang des 20. Jahrhunderts im Deutschen geläufig geworden sein.

Allgemeines

Das Fest Rosch ha-Schana ist biblisch in Levitikus 23,24-25 , Numeri 29,1-6 und in Grundzügen in Ez 40,1 bezeugt. Es beginnt im Herbst, am Tagesende nach dem 29. Tag des jüdischen Monats Elul. Es dauert zwei Tage bis zum Tagesende des zweiten Tages des Monats Tischri (auch in Israel, wo ansonsten die meisten Feiertage nur einen Tag lang sind). Der zweite Tag wurde später hinzugefügt. Es gibt Hinweise darauf, dass Rosch ha-Schana bis ins 13. Jahrhundert in Jerusalem nur einen Tag lang gefeiert wurde.

Das Reformjudentum, der liberalste Teil des Judentums, feiert generell nur den ersten Tag des Festes. Orthodoxes Judentum und Konservatives Judentum beachten sowohl den ersten wie den zweiten Tag.

Rosch ha-Schana findet 162 Tage nach dem ersten Tag des Pesachfestes statt. Unter dem derzeit gültigen gregorianischen Kalender kann Rosch ha-Schana nicht vor dem 5. September stattfinden, wie zum Beispiel in den Jahren 1899 und wieder 2013. Nach dem Jahr 2089 werden die Differenzen zwischen jüdischem Kalender und dem Gregorianischen Kalender dazu führen, dass Rosch ha-Schana nicht vor dem 6. September liegen kann. Rosch ha-Schana kann nicht später als am 5. Oktober liegen, wie z. B. im Jahr 1967 und wieder im Jahr 2043. Der jüdische Kalender ist so aufgebaut, dass der erste Tag von Rosch ha-Schana niemals auf einen Mittwoch, Freitag oder Sonntag fällt.

Die folgende Tabelle zeigt die Termine von Rosch ha-Schana der letzten und für die nächsten Jahre an. Rosch ha-Schana beginnt am Sonnenuntergang des Abends vor dem in der Tabelle angeführten Tag.

Die Samaritaner feiern ihr Rosch ha-Schana dagegen im Frühling, zum Beginn des Monats Abib. Manche Forscher halten das für den ursprünglichen gesamtisraelitischen Brauch. Die Auseinandersetzungen über den Zeitpunkt von Rosch ha-Schana gehen auf talmudische Zeiten zurück (Mischnatraktat Rosch ha-Schana).

Traditionen und Gebräuche

Rosch ha-Schana und Jom Kippur sind durch das Blasen des Schofars gekennzeichnet (Am Schabbat wird laut Mischna auf das Blasen des Schofar verzichtet). Am Nachmittag des ersten Tages gibt es den so genannten Taschlich-Brauch, nach einem Gebet zur Vergebung von Sünden diese symbolisch durch Werfen von Steinen oder Brotkrumen ins Wasser abzustreifen. Die Mahlzeiten an Rosch ha-Schana enthalten oft Früchte und Honig, um ein „süßes neues Jahr“ zu symbolisieren.

In der Tora wird dieser Tag auch Tag des Schofars genannt. (Lev 23,23–25 )


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Schawuot

Schawuot

Schawuot (hebr. שבועות für „Wochen“, Einzahl schawua „Woche“ ; jiddisch Schwu'ess, Schwuos oder Schwijess) ist das jüdische Wochenfest, das ca. sieben Wochen, bzw. 50 Tage nach dem Pessachfest gefeiert wird.

In der hebräischen Bibel hat das Fest mehrere Namen, zum einen חג השבועות Wochenfest (2. Buch Moses 34,22 und 5. Buch Moses 16,10), חג הקצי Fest der Ernte (2. Buch Moses 23,16), יום הבכורים Tag der Erstfrüchte (4. Buch Mose 28,26). Mischna und Talmud kennen das Fest auch als עצרת Atzeret feierliche Versammlung. Die vielen Namen spiegeln die verschiedenen Bedeutungen, die das Fest hat. So erinnern sich die Juden damit an den Empfang der zweiten Zehn Gebote am Berg Sinai. Die ersten zehn Gebote hat Mose, laut jüdischer und christlicher Überlieferung, zerschmettert, weil das Jüdische Volk das Goldene Kalb anbetete. Darauf ging Mose wieder auf die Spitze des Sinais, um die neuen zehn Gebote zu erbitten. Dieses Mal mussten die Juden die zehn Gebote erkaufen, indem sie die 50 Tage vom Pessachfest bis Schawuot beteten. Beim ersten mal wurden die zehn Gebote ihnen geschenkt. Es ist außerdem ein Erntedankfest, da zu dieser Zeit in Israel Weizen geerntet wird.

Das Wochenfest wird jeweils am 6. Siwan gefeiert und bildet den Abschluss der Frühlingsfeste, zu denen Pessach und das Omer-Zählen gehören. Lesungen des Buches Rut und die Zehn Gebote stehen im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Die Synagoge wird geschmückt, denn an diesem Tag symbolisiert sie den Sinai. Traditionell wird Milch getrunken und Honig gegessen, da die Tora mit Milch verglichen wird, die das Volk Israel wie ein unschuldiges Kind begierig trinkt. Viele Gläubige studieren die Nacht hindurch in der Synagoge die Tora und die Männer tragen ihren Tallit (Gebetsschal), und ihre Gebetsriemen (Tefillin) mit dem Glaubensbekenntnis darin.

Da die Herabkunft des Geistes auf die Jünger Jesu laut der biblischen Apostelgeschichte am jüdischen Wochenfest geschah, wurde im Christentum Schawuot zum Pfingstfest.


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Schmini Azeret

Schmini Azeret/שמיני עצרת (dt. „Achter der Schlußversammlung“ ist der achte Tag des Festes Sukkot (in der Diaspora dauert er zwei Tage).

Er ist ein Feiertag für sich und beginnt am Vorabend des letzten Tages von Sukkot. Der Tag beinhaltet keine besonderen Zeremonien oder Rituale. Er wird jedoch wie jeder Feiertag begrüßt mit Festlichtern. Es gilt das Ruhegebot des Jom tov (erster Tag des Sukkot), außerdem spricht man das Musaf (Zusatzgebet), dieses enthält die Tfilath haGeschem, eine besondere Bitte um Regen. Etliche Gemeinden halten ein Jiskor, eine Totengedenkfeier.


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Sukkot

Sukkot

Sukkot (hebr. סוכות oder סֻכּוֹת, Hütten ; jiddisch Sukke oder Sikkes), das Laubhüttenfest, ist ein jüdisches Pilgerfest oder Wallfahrtsfest. Es wird im Herbst acht (in der Diaspora) oder sieben Tage lang (in Israel) gefeiert – vom 15. bis 22./21. Tischri des Jüdischen Kalenders. Im 3. Buch Mose, Kapitel 23, finden sich die entsprechenden biblischen Anweisungen. Кроме чтения свитка книги Эсфирь существуют еще три "обязанности" (мицвот), выполняемые в праздник Пурим: дарение подарков, подаяние бедным и праздничная трапеза. Чтобы выполнить предписание о подарках, каждый человек относит или посылает своим знакомым или родственникам мишлоах манот - два вида еды (обычно - сладости) или напитков. Подаяние принято давать по меньшей мере двум нуждающимся; кроме того, накануне праздника каждый жертвует в общину символическую сумму - "полшекеля" - как символ солидарности всего народа. Праздничная трапеза в эти дни отличается обилием блюд и вина. Самое известное традиционное блюдо, связанное с Пуримом - треугольные пирожки из сладкого теста с начинкой из мака и меда (хоменташен).

Erinnerung an die Wüstenwanderung

Sukkot gilt als das größte Freudenfest des jüdischen Jahres. Der Name stammt von folgendem Brauch: In Erinnerung an die Wüstenwanderung (Exodusbezug erst in der Exilszeit, zuvor reines Erntefest) bauen Juden aus Ästen, Blättern und Stoffplanen zu diesem Fest eine Laubhütte unter freiem Himmel – im Garten, auf dem Hof oder auch auf dem Balkon. In dieser Hütte werden die Mahlzeiten abgehalten, es wird gefeiert und evtl. werden auch religiöse Texte gelernt. Falls das Klima es zulässt, kann in dieser Laubhütte auch übernachtet werden.

Das Bauen der Laubhütte soll daran erinnern, dass die Menschen sich in der Welt auf Materielles wenig verlassen können, weil es jederzeit verloren gehen kann. Gott hingegen kann unbedingt vertraut werden, er ist unvergänglich und geht mit seinem Volk mit.

Zu den Gottesdiensten in der Synagoge bringen die Teilnehmer Feststräuße aus vier Pflanzenarten mit: ein Palmzweig (hebr. Lulaw), drei Myrtenzweige (hebr. Hadassim), zwei Bachweidenzweige (hebr. Arawot), und den Etrog (eine Sorte der Zitronatzitrone). Diese „Vier Arten“ werden einmal täglich geschüttelt (mit Ausnahme des Schabbat).

Da zu Sukkot Salomo den Tempel in Jerusalem geweiht hat, wird an Sukkot aus der Bibel das Buch Kohelet, das Weisheitsbuch des Königs Salomo, gelesen. Am letzten Tag von Sukkot findet das Fest der Tora-Freude (Simchat Tora) statt. Im Reformjudentum dauert Sukkot auch in der Diaspora nicht acht, sondern nur sieben Tage.

Laubhüttenfest und Nichtjuden

Im Buch des Propheten Sacharja wird das Laubhüttenfest mit den Nichtjuden in Verbindung gebracht:

Und es wird geschehen: Alle Übriggebliebenen von allen Nationen, die gegen Jerusalem gekommen sind, die werden Jahr für Jahr hinaufziehen, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. Und es wird geschehen, wenn eines von den Geschlechtern der Erde nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten: über diese wird kein Regen kommen. Und wenn das Geschlecht Ägyptens nicht hinaufzieht und nicht kommt, dann [wird der Regen] auch über dieses nicht [kommen]. Das wird die Plage sein, mit der der HERR die Nationen plagen wird, die nicht hinaufziehen werden, das Laubhüttenfest zu feiern. Das wird die Strafe für Ägypten und die Strafe für alle Nationen sein, die nicht hinaufziehen, das Laubhüttenfest zu feiern. (Sach 14,16-19 )

Torafest

Torafest

Als Simchat Tora (hebr. שמחת תורה, Tora-Freude; jiddisch Simches Tojre) wird der zweite Tag des Schmini Azeret-Festes bezeichnet. In Israel, wo das Fest nur einen Tag dauert, wird Simchat Tora zusammen mit Schmini Azeret gefeiert.

An diesem Tag geht der jährliche Tora-Lesezyklus zu Ende und beginnt sofort wieder. In der Synagoge werden zwei Gemeindemitglieder ausgewählt, den letzten und den ersten Abschnitt aus der Tora zu lesen. Diese heißen Chatan Tora (Bräutigam der Tora) und Chatan Bereschit (Bräutigam des ersten Abschnittes).

An Simchat Tora findet eine Prozession statt, die Tora wird genommen, und es wird in 7 Hakafot (hebr. Umkreisungen) um die Bima getanzt. Die Tora wird berührt und geküsst. Kinder basteln Fähnchen, die mit in die Synagoge genommen werden.


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Tu biSchevat

Das jüdische Neujahrsfest der Bäume (ראש השנה לאילנות ), ist ein kleiner jüdischer Feiertag. Tu biSchevat (ט"ו בשבט) bedeutet wörtlich „der 15. Schevat”. In moderner Zeit werden an diesem Tag Bäume angepflanzt. Es ist Brauch, an diesem Tag eine Frucht zu essen, die man in diesem Jahr bisher noch nicht verzehrt hat. Das Fest geht zurück auf die Mischna. Dort heißt es, das Haus Hillels bestimmte den 15. des Monats Schevat zum Neujahrsfest der Bäume (mRH 1,1).


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