Jüdische Gemeinde Lübeck Jüdische Gemeinde Lübeck

Jüdische Gemeinde Lübeck

HOME BÜRO AKTUELLES SYNAGOGE RABBINER MEDIA SPENDE IMPRESSUM Russisch .RU Deutsch .DE

Aktuelles

JGL JGL
87. JAHRESTAG DER REICHSPOGROMNACHT
Aktuel/Nie Wieder
Am 9. November 2025 fand in der Jüdischen Gemeinde Lübeck eine Gedenkveranstaltung zum 87. Jahrestag der Reichspogromnacht statt. Im Saal unserer Synagoge versammelten sich unsere Gemeindemitglieder und zahlreiche Gäste, darunter der Lübecker Bürgermeister, Herr Jan Lindenau, die Pröpstin vom Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, Frau Petra Kallies und viele andere.

Der Gedenkabend wurde von Frauen Vokalensemble "Neschama" unserer Gemeinde unter der Leitung von Natalia Rosachatsky eröffnet. Es erklang das Lied "Jerusalem aus Gold" ("Jeruschalajim schel Sahaw").

Mit einer Begrüßungsrede wandte sich der Vorstandsvorsitzende unserer Gemeinde, Herr Alexander Olschanski, an die Anwesenden:
"Ohne die Vergangenheit gibt es keine Gegenwart, ohne die Vergangenheit gibt es keine Zukunft. Darum kehren wir erneut zurück zu den damaligen Ereignissen: wieder gedenken wir schmerzlich der Menschen, die gezwungen waren, die Schrecken des Nationalsozialismus zu ertragen und aufgrund ihrer Religion und Nationalität verfolgt wurden.
Heute findet unser Treffen vor dem Hintergrund einer weltweiten Welle des Antisemitismus statt, die viele Länder der Welt erfasst hat. Sportler, Musiker, Künstler und Wissenschaftler aus Israel sind empörenden Angriffen und Diskriminierungen ausgesetzt. Studierende werden an Bildungseinrichtungen beleidigt und erniedrigt, ‒ nur weil sie Juden sind.
Nur wenigen europäischen Ländern ist es gelungen, sich diesem Exzess anzuschließen. Zu ihnen gehört auch Deutschland, das sich durch seine Toleranz auszeichnet.
Trotz der Tatsache, dass die Zahl antisemitischer Vorfälle im vergangenen Jahr gestiegen ist, gelang es Regierung und Gesellschaft, entschieden darauf zu reagieren.
Die Jüdische Gemeinde Lübeck ist ‒ trotz aller Schwierigkeiten ‒ eine offene Gemeinde.
Wir fühlen uns als ein unverzichtbarer Teil der Hansestadt Lübeck, ein unverzichtbarer Teil der progressiven Gesellschaft. So war es immer, und wir hoffen, dass es auch in Zukunft so bleibt.
Die Jüdische Gemeinde Lübeck blickt immer mit Optimismus in die Zukunft.
Gemeinsam werden wir diese schwierige Zeit überstehen. Die Haltung gegenüber Juden war immer ein Gradmesser für den Zustand der Gesellschaft.
In unserer Gesellschaft darf es keine Toleranz gegenüber jeglicher Form von Antisemitismus geben. Nur dann können wir sicher sein, dass sich die Kristallnacht niemals wiederholt."

"Nie wieder! Nie wieder!"

Bei der Gedenkveranstaltung sprach der Lübecker Bürgermeister, Herr Jan Lindenau.

Er sagte, dass wir jedes Jahr gemeinsam an die Ereignisse vom 9. November 1938 erinnern. Er betonte, dass wir in dieser Zeit der heftigen Debatten an der Spitze der Regierung stehen und lauter und deutlicher werden müssen.

Herr Lindenau sagte auch, dass er auf unsere Stadt und auf unsere Gemeinde stolz ist.

Danach erklang das Lied "Malachei Hashalom", ausgeführt von Frauen- und Männer-Vokalensembles unserer Gemeinde unter der Leitung von Natalia Rosachatsky.

Frau Petra Kallies bemerkte in ihrer Rede, dass mit der Machtübernahme von der Nationalsozialisten in Deutschland das jüdische Leben diskriminiert, und am 9.November 1938 völlig zerstört wurde. Heute geht es um unsere Verantwortung; Ein Beispiel. Im September, in dem Schaufenster eines Geschäftes in Flensburg wurde ein Plakat aufgestellt: "Juden sind unerwünscht". Das war eine Provokation mit dem Ziel, die Juden aus unserer Gesellschaft auszuschließen. Nie wieder ist jetzt! Frau Kallies äußerte die Unterstützung von Herrn Lindenau, dass wir lauter und deutlicher werden müssen.

Zur Erinnerung an die Opfer der Reichspogromnacht verlas unser Rabbiner, Herr Nathan Grinberg, die Trauergebete: "El Male Rachamim", Kaddisch und Mizmor le Asaf (Psalm 79).

Der Gedenkabend endete mit der wunderschönen Musik, ausgeführt auf dem Klavier von Arnold Nevolovitsch, dem Komponisten, Musiklehrer und einem Mitglied unserer Gemeinde, sowie von Elizaveta Rumiantseva (Sopran), Nikolai Abramov (Klarinette) und Kiril Volkov (Bratsche). Es erklang Kaddisch aus der Oper von Arnold Nevolovitsch "Eine Pariserin".

» Nach Oben «



JGL