Jüdische Gemeinde Lübeck Jüdische Gemeinde Lübeck

Jüdische Gemeinde Lübeck

HOME BÜRO AKTUELLES SYNAGOGE RABBINER MEDIA SPENDE IMPRESSUM Russisch .RU Deutsch .DE

Aktuelles

JGL JGL

Schanah towah umetukah! Gutes und süßes neues Jahr! "5781"



» Nach Oben «
JGL

Hag Pessach Sameach!

בס"ד

Rabbiner Barsilay

Liebe, sehr geehrte Gemeindemitglieder,

in wenigen Tagen werden wir mit G“ttes Hilfe das Pessachfest begehen. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wird in diesem Jahr alles, aber auch wirklich alles anders sein.

In dem Lied „Ma Nischtana“ aus der Pessach-Hagada fragen wir alljährlich, was sich am Pessach-Abend, im Vergleich zu allen anderen Abenden des Jahres, ändert. Die Antworten auf diese Fragen sind selbstverständlich ritueller Natur. Nach den Auswirkungen des Corona-Virus auf unserem Fest, brauchen wir nicht zu fragen – wir erleben sie seit einigen Wochen sehr massiv und intensiv.

Gerade am diesjährigen Pessach-Fest, das Fest am dem die Familien und die Gemeinden sich versammeln, um gemeinsam den Auszug unserer Vorfahren aus Ägypten zu feiern, werden die Meisten von uns alleine oder mit nur wenigen Angehörigen feiern. Es ist traurig und die Stimmung ist betrübt. Betriebt ist auch unsere Stimmung angesichts der vielen Kranken und Opfer, die diese Pandemie bereits gefordert hat.

Als Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einem Interview am 21. März 2020 die Hoffnung zum Ausdruck brachte, die Corona-Krise zu beenden, sagte er "jeder sollte zum Schöpfer beten…". Da unterbrach ihn der Interviewer mit folgenden Worten: "Mit Hilfe des Weizmann-Instituts ... Der moderne zionistische Tempel befindet sich heute am Weizmann-Institut."

Diese Reaktion ist ein typischer Ausdruck für die Erschütterung, die der moderne Mensch von heute angesichts des Corona-Ausbruchs sicherlich empfindet. Es ist die plötzliche und erschütternde Entdeckung der Kluft die zwischen der Sicherung des modernen Staates und die ernsthaften Bedrohungen und Überraschungen, die sogar die Modernsten Staaten völlig hilflos läßt.
Der moderne Staat wurde von Anfang an auf der Weisheit der Wissenschaft und auf der menschlichen Intelligenz als Grundlage für eine stabile und sichere Zukunft gegründet.

Auch Theodor Herzl sah vor sich einen modernen Staat, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse die Grundlage für ein erfolgreiches Management bilden. Er war der Meinung, daß, um ein jüdischer Staat zu etablieren, wissenschaftliche Bedingungen in einer neuen Sichtweise notwendig sind.

Müßten wir heute aus Ägypten ausziehen, würden wir es sicherlich nicht so tun, wie unsere Vorfahren es getan haben (die z.B. plötzlich kein Wasser zum Trinken fanden); wir würden es wissenschaftlich angehen, wir würden zuerst die Anzahl der auszuziehenden Personen feststellen sowie deren Verpflegung und ihre Macht und Bewaffnung untersuchen.

Die Wissenschaft und die menschliche Weisheit und Erkenntnis sind demnach der Garant von Stabilität, Wohlstand und Sicherheit. Wenn etwas plötzlich außer Kontrolle gerät, dann war es laut der Gesetze der Vernunft, nicht wegen des übermäßigen Vertrauens in diesem Garant, sondern weil jemand anscheinend fahrlässig war, seine Aufgabe nicht ordnungsgemäß erfüllte und sich nicht rechtzeitig an den entsprechenden Experten wandte - ein Phänomen, das in unserer Zeit als "Unterlassung" bezeichnet wird, und Untersuchungen und Prüfungen nach sich zieht.

Der französische Philosoph Paul Virilio beschreibt ausführlich das rational-wissenschaftliche Denken, um die Kontrolle über die Phänomen der Welt zu erlangen, in dem Trend, selbst Unkontrollierbares zu kontrollieren. Und das würde aber – seiner Meinung nach - zu einem "integralen Unfall" führen, der nicht nur die menschliche Wahrnehmung von Technologie verändern würde, sondern auch das "moderne Projekt" beenden könnte. Natürlich wünschte sich Virilio keinen solchen "Unfall", sondern warnte davor.

Und in der Tat werden die Erwartungen des modernen Menschen an die Wissenschaft und an den Staat wiederholt von den trotzigen Realitäten überrascht – so wie gegenwärtig weltweit passiert.
Und wir stehen schier machtlos gegenüber.

Die Gelehrten Ägyptens, die damals vor dem Auszug der Israeliten, die Führer der Wissenschaft waren, bezeichneten die Zehn Plagen, die über Ägypten kamen als "Finger Gottes". Sie haben verstanden, daß die Demut, die in solch extremen Krisensituationen erforderlich ist, besteht nicht nur zwischen dem Menschen und den Naturkräften, sondern auch zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer, den er nicht immer versteht. Und hier beginnt die Erkenntnis, daß nicht alles unter menschlicher Kontrolle steht und, daß nicht alles von dem Wissenschaftler gelöst werden kann. Die großen Männer der Wissenschaft wissen, daß tiefe Demut vor dem Schöpfer für Erlösung erforderlich ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien gute Gesundheit und ein frohes und kosheres Pessach-Fest.

Chag Sameach

Ihr Rabbiner Dov-Levy Barsilay


» Nach Oben «
JGL

Liederabend


Am 24. Oktober 2018 fand im Rathaus ein Konzert von Natalja Serebrjakova (Gesang) und Galina Fedulina (Klavier) statt. Als Gast trat Michail Schifer am Saxophon auf.


Aufgeführt wurden russische Romanzen, sowie ukrainische, deutsche und jüdische Volkslieder.

Die wundervolle Stimme Nataljas und das überaus musikalische Akkompagnement Galinas und Michails kamen sehr gut bei dem Publikum an. Das tolle Publikum, die Unterstützung seinerseits, schufen eine bezaubernde, warme und herzliche Atmosphäre im Saal.

Die Jüdische Gemeinde Lübeck bedankt sich bei allen Gästen für das Erscheinen und die entgegengebrachten Spenden.

Alle gesammelten Spenden werden von der Jüdischen Gemeinde Lübeck zum Erwerb einer neuen Thorarolle genutzt.


» Nach Oben «


14 Stolpersteine wurden verlegt


Am 27.September wurden in Lübeck, in der Schwartauer Allee 9a und 9b, zur Erinnerung an die früher dort lebenden jüdischen Familien Isaac, Kendziorek, Gutmann und Isaaksohn 14 Stolpersteine verlegt. Die Stolpersteine werden vor allem zur Erinnerung an die ermordeten Menschen angebaut. In diesem Fall war die Situation anders, denn die Juden, die in der Schwartauer Allee 9 wohnhaft gewesen waren, haben es geschafft zu überleben.

An der Einweihung der Stolpersteine nahmen 12 Nachkommen der oben genannten Familien teil, die aus den USA, Großbritannien und Chile kamen. Herr Mark Inger betonte im Namen unserer Gemeinde die große Bedeutung des Projektes "Stolpersteine", mit dessen Hilfe man Jahrzehnte nach der Katastrophe die Namen der Nazi-Opfer zu den Orten zurückbringen kann dorthin, wo diese Menschen gewohnt hatten.

Am selben Tag besuchten die Gäste in Begleitung von Herrn Leonid Kogan und Frau Kugler-Weiemann den jüdischen Friedhof in Moisling, wo der 1939 verstorbene Herr David Isaac begraben ist. Sein Enkel, Howard Isaac, fand bei der Besichtigung der Trauerhalle die Namen der zwei Brüder seines Großvaters an der Gedenktafel, die zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten hängt.

Am 28. September besuchten die Gäste unsere Gemeinde und wurden danach im Rathaus von Stadtpräsidentin Frau Schopenhauer empfangen.

Wir sind unseren Gästen für den Besuch sehr dankbar. Unsere besondere Dankbarkeit gilt Frau Kugler-Weiemann, die Koordinatorin des Projekts "Stolpersteine", die diese Fahrt organisiert hat.


» Nach Oben «
JGL

Tag des Offenen Denkmals


Lindenau

Am 9. September 2018 fand zum 25. Male deutschlandweit der Tag des Offenen Denkmals statt. Aus diesem Anlass wurden auch in Lübeck wieder zahlreiche Denkmale geöffnet.

Unsere Synagoge öffnete Ihre Türen für alle, die die Fortschritte der Sanierung sehen wollten.

Unter den Besuchern war auch der Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau, der im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Alexander Olschanski und Rabbiner Nathan Grinberg die schwierigen Zeiten unserer Geschichte, insbesondere der Brandanschlag auf die Synagoge durch Rechtsradikale im 1994, in Erinnerung gerufen hat.

Herr Lindenau wünscht der Jüdischen Gemeinde Lübeck Wohlstand und den baldigen Abschluss der Sanierung.



» Nach Oben «
JGL

Zum Gedenken


Mit gemischten Gefühlen feiern wir den Tag des Kriegsendes. In diesen Tagen denken wir mit Freunde an den Sieg über das Naziregime, aber wir sind gleichzeitig traurig, weil der Krieg sehr viele Opfer brachte.

Am 3.Mai 2018, wie alljährlich, nahm die Delegation unserer Gemeinde an Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer der Schiffskatastrophe "Cap Arcona", "Thielbek" und "Deutschland" am 3.Mai 1945 teil.


Diese Schiffe mit KZ-Häftlingen an Bord wurden von Jagdbombern der britischen Luftwaffe angegriffen und in Brand gesetzt. Die Menschen, die sich ins Wasser retten wollten, wurden von der Luftwaffe und SS Soldaten erschossen.

Die deutschen Fangboote retteten nur die SS-Männer und die Schiffsmannschaft. Später haben die britischen Piloten erklärt, dass sie von der Anwesenheit der KZ-Häftlinge auf den Schiffen nichts wussten.

Bei der Gedenkfeier in Neustadt waren die Delegationen aus der Ukraine, aus Russland, Belgien, Frankreich und anderen Ländern vertreten.

Wir haben die Kränze niedergelegt. Rabbiner Nathan Grinberg hat das Kaddisch Gebet gelesen.


Danach kam unsere Delegation nach Lübeck zurück. Rabbiner Nathan Grinberg hat wieder das Kaddisch Gebet gelesen.

Sie äußerten auch die Empörung über den Vandalismus, der vor kurzem am jüdischen Friedhof in Moisling geschehen ist.

Alle gingen nach Hause mit der Gewissheit, dass diese Tragödie sich nicht mehr wiederholen wird.



» Nach Oben «
JGL

Young Nordic Filmmakers 2017 mit Heidemarie Kugler-Weiemann und Mark Inger


Video: https://youtu.be/4OdMzp9A7nE



Buchenwald


Wir hatten so eine interessante Reise. Zwei Tage – vom 17. bis 19. Mai, verbrachten wir in Erfurt, und dann waren wir an einem jener Orte, die immer noch ein Schaudern auslösen ... in Buchenwald.



Aber erst einmal alles der Reihe nach. Erfurt ist eine alte Stadt, die vor mehr als 1300 Jahren gegründet wurde. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist die älteste Synagoge in Europa, die 1049 errichtet wurde. Heute befindet sich in der Synagoge ein Museum, in dem sehr seltene Exponate der jüdischen Geschichte ausgestellt werden, ebenso unbezahlbare Schätze, die vor kurzem bei der Rekonstruktion gefunden wurden. In der Nähe der Synagoge befindet sich eine Mikve, deren Restaurierung noch nicht beendet ist.



Am nächsten Tag besuchten wir Buchenwald. Das ist ein Ort zum Trauern. In den Baracken starben Menschen, wurden erschossen oder verbrannt. Unter den über 56.000 Toten waren tausende von Juden. Wir haben den Ort der Baracke Nr.22 gefunden, wo jüdische Gefangene gehalten wurden.

Dort haben wir das Gedenken an sie im Rahmen einer Schweigeminute geehrt. Über diese tragischen und grausamen Ereignisse erinnert uns auch heute noch das Rohr des Krematoriums, welches das Territorium des Lagers überragt. Auf dem Eingangstor dieses gusseisernen Tores gibt es eine zynische Aufschrift "JEDEM DAS SEINE".



Aber in diesem Fall hatten sich die Nazis verrechnet: Sie hatten geglaubt, dass sie das Recht hatten, über die Schicksale anderer Menschen zu entscheiden, aber sie schafften es nicht ihr eigenes Schicksal vorauszusehen. Insgesamt war die Fahrt gefüllt mit sehr unterschiedlichen Impressionen. Aber wir sind doch Juden, - bei uns finden Tränen und Lachen immer nebeneinander Platz.



Ein großes Dankeschön an Irina Olschanski, unsere Organisatorin und Reiseführerin. Sie hat uns mit sehr viel Elan und mit viel Geschick durch die Reise begleitet. Sie ist ein Profi!


Für diejenigen, die nicht mitgekommen sind, ‒ sehr schade, dass Sie nicht mit uns dabei waren...



» Nach Oben «
JGL

Grabsteine umgekippt - wer kann Hinweise geben?


Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe, weil auf dem jüdischen Friedhof im Stadtteil Moisling (Niendorfer Straße) mehrere Grabsteine umgekippt worden waren. Einige waren dadurch teilweise zerbrochen.



» Nach Oben «

JGL

Die Benefiz-Konzerte der Goldfelds Schüler


Ein unvergessliches Musikereignis veranstaltete die Musikschule der Gemeinnützigen am 6.Februar im Audienzsaal des Rathauses: Die Geigen- und Klavierschüler von Vladislav und Vadim Goldfeld spielten ihr 15.Benefiz-Konzert, diesmal zugunsten der momentan sanierten Carlebach-Synagoge. Daher übernahm die Jüdische Gemeinde das Organisatorische.

Die Benefiz-Konzerte der Goldfelds Schüler gehören schon zum Kulturbild Lübecks, ihre Popularitätgrund ist das höchste Leistungsniveau der jungen Musiker, viele von denen eine Musikkarriere erzielen.

Die gut 90 Zuhörer spendeten schließlich für die Synagogesanierung insgesamt 960€.

Die Jüdische Gemeinde dankt innigst allen Akteuren dieses Ereignisses für Engagement und allen Gästen für ihre großzügige Spende!


» Nach Oben «
JGL

Chanukka in Unserer Gemeinde



Nes Gadol Haja Haja Scham! "Ein Großes Wunder Ist Dort Geschehen"

Andere Chanukka-Bräuche


Chanukka ist primär ein häusliches Fest. An den Abenden versammeln sich die Familien mit Freunden zu ausgelassenen Festen. Gemeindefeiern sind üblich, die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten. Gegessen werden vor allem in Öl gebackene Speisen wie Krapfen (bzw. Berliner Pfannkuchen) (hebr. סופגניות Sufganiyyot) oder Latkes (Kartoffelpuffer) mit Apfelmus und saurer Sahne und weitere Spezialitäten der Jüdischen Küche.
Während der Chanukkatage erhalten Kinder Münzen geschenkt und werden ermutigt, einen Teil des Geldes für wohltätige Zwecke zu spenden (Zedaka).

Der bei einigen beliebte Brauch, zu Chanukka Gänsebraten zuzubereiten, wird mit dem anfallenden Fett begründet, das man ja auch in Leuchtern verbrennen kann.


» Nach Oben «
JGL

Appell an Migranten: Nein zu Antisemitismus


Merkel

Viele Flüchtlinge kommen aus Ländern, in denen die Feindschaft zu Israel und Antisemitismus offizielle Linie sind. Kanzlerin Merkel mahnt: Die Zuwanderung biete zwar viele Chancen, aber nur bei einer klaren Absage an solche Denkmuster.

Kanzlerin Angela Merkel hat von Migranten eine klare Absage an eine Diskriminierung von Minderheiten und an einen Antisemitismus gefordert. Die Zuwanderung aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen biete viele Chancen, wenn vermittelt werde, was die Deutschen unter Integration verstünden, sagte sie bei der Entgegennahme des Abraham-Geiger-Preises für Verdienste um das Judentum.

Häufig werde Antisemitismus und Hass auf Juden als Kritik an der israelischen Politik verschleiert, sagte Merkel und verwies auf Ausschreitungen bei pro-palästinensischen Demonstrationen in Berlin. Sie nehme die Sorgen derjenigen sehr ernst, die wegen des Flüchtlingszustroms aus Ländern mit einer antisemitischen Staatsdoktrin fürchtete, dass der Judenhass in Deutschland wachse.

Schuster weist auf Sorgen der Juden in Deutschland hin

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagte bei der Verleihung erneut, in den jüdischen Gemeinden gebe es eine berechtigte Sorge, die Flüchtlinge könnten die Judenfeindlichkeit mitbringen, die in ihren Heimatländern zum Alltag gehöre. Er hatte Merkel schon mehrfach vor einem Anwachsen eines "arabischstämmigen Antisemitismus" gewarnt. Zuletzt sprach er sich für eine Obergrenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus. Merkel lehnt dies ab.

Merkel erhielt die Auszeichnung vom Abraham-Geiger-Kolleg der Universität Potsdam. Es ist laut eigenen Angaben die erste akademische Ausbildungsstätte für Rabbiner und Kantoren in Deutschland seit dem Holocaust. Die Jury bezeichnete Merkel als "Garantin der Freiheit der Religionen in der modernen Gesellschaft". In Zeiten "des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und Europa" sei ihre "unverbrüchliche Solidarität Rückgrat des Vertrauens für die jüdische Gemeinschaft".


» Nach Oben «

JGL